Hausgemeinschaften

Wir kochen unser eigenes Süppchen

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"Hausgemeinschaften" ... ein relativ neuer, noch nicht so oft zu hörender Begriff in der stationären Altenhilfe; zumindest in unserem nordbayerischen Raum nicht.

Das Kuratorium Deutscher Altershilfe (KDA) wurde 1962 vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke ins Leben gerufen. Heute steht es unter Schirmherrschaft unseres amtierenden Bundespräsidenten und entwickelt Konzepte und Modelle für mehr Selbsbestimmung und Lebensqualität im Alter; so u.a. auch die Wohnform der sog. "Hausgemeinschaften". (www.kda.de)

Was versteht man darunter? Was charakterisiert und unterscheidet sie? Zunächst erfüllen "Haus-gemeinschaften nach dem KDA-Prinzip " den gleichen Zweck wie ein herkömmliches Alten- und Pflegeheim auch, nämlich die Sicherstellung der stationären Pflege und Versorgung pflegededürftiger alter Menschen. Dennoch unterscheiden sie sich recht wesentlich in der Wohnform, der Art und Weise des Zusammenlebens und der Gestaltung des Alltages. Dies wiederum hat positive Auswirkungen auf das persönliche Empfinden des Bewohners.

Eine bestimmende Voraussetzung für KDA-Hausgemeinschaften ist, dass es sich um möglichst kleine, individuelle Wohneinheiten handelt. Dadurch wird das anstaltsmäßige Leben im Altenheim und der Charakter einer Institution mit großen Stationen genommen. Die Senioren leben, wie in unserem Fall, höchstens zu zehnt unter angenehmen Wohnbedingungen zusammen. Das Einzelzimmer bietet als Privatbereich die wichtige Rückzugsmöglichkeit innerhalb des sonst geselligen Lebens.

Kennzeichnend ist weiterhin, dass es eine zentrale Küche und Waschküche wie im konventionellen Altenheim nicht mehr gibt. Das hat tragende Konsequenzen. Das Gemeinschaftsleben spielt sich vorwiegend " rund um den eigenen Herd" ab, der in jeder Hausgemeinschaft "sein Gutes tut". Die Bewohner haben somit unmittelbaren Einfluss auf Vorlieben und Essenswünsche. Sie können sich einbringen und mitentscheiden. Sie beteiligen sich - sowet sie vermögen und wollen - an den alltäglichen Aktivitäten des Haushaltes, der von "Präsenzkräften" organisiert und bewirtschaftet wird. Die Bewohner kochen mit, sie waschen mit, sie bügeln mit ... . Es gilt der Grundsatz "Soviel Normalität und Eigenverantwortung wie möglich, soviel Betreuung wie nötig", damit die persönliche Selbständigkeit, Selbstbestimmung und Kompetenz erhalten bleiben. Der Alltag wirkt quasi therapierend und ist aktivierend. Die Vitalität jedes einzelnen wird gefördert.

Natürlich werden die Bewohner bei allem Mittun nicht alleine gelassen. Hierfür steht die bereits oben erwähnte "Präsenzkraft". Wie die Bezeichnung schon aussagt ist sie immer unmittelbar vor Ort. Diese "Alltagsmanagerin" ist Ansprechpartner für Bewohner, Angehörige und Besucher. Sie ist so zu sagen die "Hausmutter" der Hausgemeinschaft. - Unsere Präsenzkräfte sind in Hauswirtschaft und Pflege fortgebildet. Diese Zweigleisigkeit qualifiziert sie zur Erfüllung der anstehenden Alltagsanforderungen in der Hausgemeinschaft.

Als weiteres wesentliches Element des Miteinanders sind die Angehörigen aufgerufen, sich ebenfalls in das Leben der Hausgemeinschaft mit einzubringen. Sie tragen damit entscheidend zur gewünschten familiären Wohnatmosphäre bei. Die damit gewonnene persömliche Nähe untereinander wird durch die überschaubare, helle Architektur unterstützt;. diese richtet sich stark an der Wohn- und Lebensweise aus und erzeugt gleichzeitig Geborgenheit, Vertrautheit und Sicherheit. Insofern eignen sich Hausgemeinschaften besonders gut auch für alte Menschen mit Demenzerkrankungen.

Träger und Mitarbeiter gehen mit der Umsetzung des "KDA-Hausgemeinschaftenprinzips" neue und zukunftsorientierte Wege der stationären Altershilfe. Die inzwischen langjährige Erfahrung damit bestätigt uns.

Selbstredend werden die professionellen Leistungen der Fachpflege, der Betreuung durch den Sozialen Dienst und der Ernährung auch erbracht. Diese sind in das Gesamtkonzept integriert und auf den Seiten unter Leistungen / Pflege, Sozialer Dienst und Verpflegung beschrieben.


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Vom Siechenheim zur Hausgemeinschaft 49 KB